Geschichte

Vorfahren der Basenjis

Sobald sich der Mensch in nördlicheren Hemisphären angesiedelt hatte, veränderte sich der Wolf. Überall, wo Wölfe und Menschen gejagt haben, haben sich auch „hundeartige Wölfe “ vermehrt. Die Tiere, die sich öfter den Menschen zugewendet haben, veränderten die wolfstypische Lebenseigenschaft. Forschungen an Füchsen in Russland haben gezeigt, dass sich aggressivere Tiere nicht an den Menschen gewöhnt haben. Hingegen haben sich zahmere und angstfreiere Tiere bei der Weiterzucht immer mehr an den Menschen angepasst – ihre Adrenalinausschüttung ist deutlich geringer. Auch wenn man bei der Zucht nur auf das Verhalten geachtet hat, wurden auch andere Eigenschaften verändert, z.B. die Fellfarbe. Hier haben sich weiße Flecken um Schnauze, Füße und Schwanzspitzen gebildet. Manche entwickelten sogar eine gebogene Rute. Diese Erscheinungen kommen auch bei anderen domestizierten Haustieren vor. Das heißt, jede Veränderung bei Zuchttieren ist mit dem Verhalten der Tiere in Verbindung zu bringen.

Domestikationssyndrom: Auslöser dürfte eine genetische Mutation sein. Sie führt zu einer Schädigung der Neuralleistenzellen. Diese allerdings führt zu einer Unterfunktion der Nebennieren, die dadurch weniger Stresshormone produzieren. Das beeinflusst wiederum Gesichtsgröße, Beinlänge, Festigkeit der Ohrmuscheln und Rute, sowie die Fellfärbung.

Die Vorgehensweise ist in der Fachwelt umstritten, sie beweist aber, dass ein Wildtier in nur wenigen Generationen domestiziert werden kann.

Die meisten Wissenschafter nehmen an, dass die Wölfe selbst eine Veränderung ihres Verhaltens vorgenommen haben und somit Teile der Population zu Haustieren geworden sind. Sie sind sehr anpassungsfähig. Jedes Rudel hat seine eigene Jagdstrategie und seine eigenen Beutetiere. Mit dem Eintreffen der Menschen haben einige eine neue Lebensstrategie gewählt. Während Wolfsrudel den Karibuherden gefolgt sind, fühlten sich andere Rudel von Menschen angezogen und sind ihnen gefolgt. Sie haben sich von Abfällen der Menschen ernährt, aber nur die Mutigsten blieben bei ihnen. Diese Abenteurer pflanzten sich fort und entwickelten sich in Generationen zu einer menschenfreundlichen Unterart von Wölfen – dem Haushund. Aus dem Überleben des Stärksten wurde ein Überleben des Freundlichsten.

In den vergangenen 15.000 Jahren haben die Hunde eine erstaunliche Rassenvielfalt entwickelt. Genetiker haben den Stammbaum der Hundeentwicklung entschlüsselt. Wie sah der „Urhund “ nun wirklich aus?

Sie entdeckten, dass sich einige Arten vor etwa 5.000 Jahren abspalteten. Ihre heutigen Nachkommen könnten den ersten Hunden ähneln. Sie wurden kleiner, bekamen kürzere Schnauzen, schwächere Kaumuskeln, kürzere Zähne. Sie verloren die Fähigkeit, größere Beutetiere zu reißen. Allerdings hatte das kaum Auswirkungen auf ihren Geruchssinn. Hunde verfügen von 125 – 250 Mill. Riechzellen, Menschen nur über etwa 5 Mio. Der Geruchsinn der Hunde ist daher bis zu 44 Mal besser. Gepaart mit einem exzellenten Hör- und Sehsinn, großer Ausdauer und einem freundlichen Charakter sind sie der perfekte Jagdgefährte. Sie sind ein ideales Team, weil sie sich gegenseitig ergänzen – die Hunde als Verfolger und die Menschen als Vollstrecker – klingt furchtbar, ist aber im Prinzip so. Vor 15.000 Jahren entstanden die ersten Partnerschaften.

Anhand dieser Aufstellung sieht man, wie alt der Basenji tatsächlich ist. Also etwa vor 8 – 10.000 Jahren hat sich diese Rasse, wahrscheinlich im nördlichen Afrika geografisch von anderen Rassen getrennt, und so sein ursprüngliches Aussehen bewahrt.

Wie der Akita im östlichen Asien, der Husky und der Malamut im zentralasiatischen und/oder eher nördlichen Teil. „Urhunde “ werden solche Hunde genannt, die durch ihre räumliche (geografische) Trennung von anderen Hunden ihr eigenes Aussehen und ihr eigenes Wesen beibehalten konnten. Das ist durchaus interessant.


Man kann auch noch erahnen, dass sie noch sehr viele Gene der ersten Hunde haben. Das erklärt auch ein wenig die Sturheit und die Selbständigkeit der Basenjis. Darauf können wir stolz sein. Aber es muss darauf hingewiesen werden, dass nicht jeder für diese Rasse geeignet ist. Hunde kann man immer darauf trainieren, unsere Befehle auszuführen. Wölfe hingegen nicht – außer sie wollen sie ausführen, oder es gelingt einem, sie davon zu überzeugen.

Auch, dass der Basenji nicht nachhaltig bellen kann, sondern noch so heult wie ein Wolf – man sagt, er ist ein „yodeling Basenji“ – kann daraus abgeleitet werden. Er ist anatomisch nicht in der Lage, anhaltend zu bellen. Ein kurzes Wuff kommt gelegentlich aber doch.

Jahrhunderte vor der „modernen“ Hundezucht war es nur dem Adel und dem Klerus gestattet, Hunde zu züchten. Bauern wurde mitunter zugestanden, Rüden zu halten, welche die Herden der Nutztiere beschützen konnten. Weibliche Tiere durften nicht gehalten werden. Das war so bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Beginn der Industrialisierung war ausschlaggebend dafür. Den Menschen ging es besser, und Hunde wurden nicht mehr so sehr als Nahrungskonkurrenten gesehen.

Es entstand in der neueren Zeit, also etwa vor 200 Jahren, ein regelrechter Zuchtwahn, der vor allem in England begann!

Genetiker haben herausgefunden, dass durch diese intensive Zucht nur eine kleine Anzahl dominanter Gene für das Aussehen westlicher Hunde verantwortlich ist. 83 Gene bestimmen die Größe eines Menschen, bei Hunden entscheidet nur ein einziges Gen über das Wachstum. Für die kurzen Beine vereinzelter Rassen entscheidet ebenfalls nur eine einzige Genmutation. Die Fellstruktur wird von 3 Genen bestimmt.

Die Genvielfalt bzw. die Abnahme dieser Vielfalt ist oft das Problem der in sich geschlossenen Rassen. Darum ist es auch so wichtig, dass bei der Zucht genau darauf geachtet werden muss, dass die Vielfalt erhalten bleibt bzw. nicht noch mehr davon verloren geht. Das passiert durch Linienzucht (Inzucht), wo besonderer Merkmale der Hunde intensiviert werden sollen – leider.

Wölfe sind genau so intelligent, wie unsere Hunde. Es ist nicht belegt, dass die Hunde durch uns Menschen klüger geworden wären. Sie haben die Intelligenz von den Wölfen geerbt, aber erst die Verbindung zum Menschen hat sie sehr lernfähig gemacht.

Eine Genveränderung, die für die Freundlichkeit und Nächstenliebe verantwortlich ist, wurde bei Hunden entdeckt, nicht aber bei Wölfen. 3 Gene, die für das Williams-Syndrom verantwortlich sind, sorgen dafür, dass sich Hunde so umgänglich und sozial verhalten. Diese Genmutationen könnten die Ursache für die tiefe Freundschaft von Hunden und Menschen sein. Somit ist das Rätsel der Domestizierung fürs Erste einmal geknackt. Allerdings stehen die Forscher erst am Anfang.

Ja, der Urvater der Hunde ist der Wolf. Moderne Gentechnik hat festgestellt, dass auch der Basenji vom Wolf abstammt. Der Vorfahre der Basenjis könnte der äthiopische Wolf oder der ägyptische Tesem sein. Neuere Theorien vermuten den israelischen Wolf als Stammvater der Basenjis.

Der Urtyphund Basenji wird den  Schensi Hunden der Äquatorial-Zone zugeordnet. Es fällt auf, dass die Ballenform  der Basenjis sich von anderen Hunderassen unterscheidet. Die Mittelzehenballen sind ein Stück zusammengewachsen. Wie bei allen Hunderassen des Nilgebiets, fehlt die Afterklaue an den Hinterfüßen.

Es wurde bisher vermutet, dass die Basenjis Gene vom Goldschakal  haben könnten, da die Ballenform ähnlich ist. Diese Theorie soll inzwischen angeblich widerlegt sein. Daher bleibt es weiter spannend, was die Wissenschaft noch über unsere urtümliche Rasse herausfinden kann.

Ägypten

Ein Modell für Anubis? Aus dem Grab des Hemaka (Kanzler des Königs Usaphais) in Saqqara (1. Dynastie). Hund oder Schakal?

Das Zusammenleben der Basenjis mit den Menschen begann wahrscheinlich in Afrika. Über die Herkunft der frühesten Hunde sowie die der Partnerschaft zwischen dem Menschen und den Hunden gibt es verschiedene Theorien. In der Frühzeit der noch fruchtbaren Sahara, einer Savannen-Landschaft, lebten Nomaden. Sie domestizierten Wildtiere und begannen Haustiere zu züchten. Das erste Haustier wurde höchstwahrscheinlich der Hund, der bei der Jagd nützlich war. Als durch die Änderung der Monsunwinde die Sahara unfruchtbar wurde, wanderten die frühen Menschen mit ihren Jagdhunden auch an den Nil. Die Menschen wurden sesshaft. Die Pharaonenzeit begann.

Hunde als Begleiter und Helfer des Menschen sind in Afrika / Ägypten bereits in vorgeschichtlicher Zeit (ab 3800 v. Chr.) durch Skelettreste und Darstellungen auf Gefäßen nachgewiesen. Sie finden sich sowohl in königlichen als auch in nicht königlichen Gräbern. Zu fast allen Zeiten sind Hunde in der Reliefdekoration der Gräber abgebildet.

Basenji und Pharaohund?

Verschiedene Typen sind unterscheidbar, mittelgroße, eher schlanke, hochbeinige, mit geschwungenen oder auch geringelten Ruten, i.d.R. mit stehenden Ohren.

Die Hunde dienten Jagdzwecken und wurden vom König sogar zur Löwenjagd und als Begleiter bei Kriegszügen eingesetzt.

In der ägyptischen Spätzeit (ab 664 v. Chr.) werden Hunde mumifiziert und erhalten kulturelle Bedeutung. Zu finden sind sie vornehmlich im so genannten Anubieion in Sakkara oder in Abydos.

Möglicherweise handelt es sich bei den Ägyptern aus der Zeit der Pharaonen um die frühesten Züchter von Basenjis. Die ersten Zeichnungen dieses Typs wurden in den Gräbern der Großen Pyramide von Khufu (Cheops) gefunden, die etwa 2700 v. Chr. in der IV. Dynastie erbaut wurde.

Sie zeigen kleine Hunde, die in der Nähe ihrer Besitzer sitzen oder unter den Stühlen liegen, und eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zum Basenji haben. Unter den anderen Grabbeigaben reicher Ägypter und Pharaonen befanden sich Statuen und Illustrationen dieser Hunde, die aufgrund ihrer extrem katzenartigen Natur (sie bewegen sich leise, sind frei von Hundegerüchen und waschen sich wie Katzen) von dieser zivilisierten Nation sehr geschätzt wurden.

Erreichten die ersten Basenjis Ägypten als Geschenke der Pygmäen an die Pharaonen? Oder…

Ägyptischer Hund vom Tesem-Typ

…könnte es sein, dass die Basenjis als Kriegstrophäen nach Zentralafrika gelangten? Ägypten hatte einen Krieg gegen den Sudan verloren, und die Sieger verlangten für ihr Volk die damals wertvollsten Dinge, nämlich Edelmetalle, Frauen und – Hunde.

Mit dem Untergang des Alten Ägyptens verschwand auch das Wissen über diesen Hund.

Afrikanische Herkunft                      

Als Folge der bisher letzten Klimaveränderung in der Sahara vor etwa 1.000 Jahren wanderten die Menschen mit ihren Jagdhunden Richtung Süden. Es war der Beginn der Bantu-Wanderung in Afrika, einer Völkerwanderung erheblichen Umfangs. Die Bantus bewegten sich östlich bis zu den großen Seen und drangen südwärts in das Gebiet des Kongowaldes vor, dem heute übrig gebliebenen Lebensraum der Pygmäen, Basenjis und Zwergelefanten. Bis heute leben Basenjis in zwei verschiedenen Klimazonen, der Savanne und dem Regenwald.

Georg August Schweinfurth war ein russisch-baltendeutscher Afrikaforscher. Er hat die Menschen im Herzen von Afrika und deren Lebensart akribisch beschrieben. Er entdeckte ihm auffallende Hunde als Jagdhelfer bei den Azande im Gebiet von Bahr-el-Ghazal, im Süden des heutigen Südsudans. Heute wissen wir, dass es sich um Basenjis handelte. Die einzigen Haustiere, die diese Menschen züchteten, waren Hühner und Hunde, schrieb Schweinfurth. Er war so angetan von den Hunden, dass er ein Exemplar nach Europa mitnehmen wollte. Die Rückreise endete jedoch tragisch, da die Hündin, vielleicht aus Panik, in Alexandria aus einem Hotelfenster flüchten wollte und zu Tode stürzte.

In der Lautsprache der Bevölkerung hörte es sich an wie „Basenschi “ und bedeutete „kleines Buschding “ oder „das kleine (wilde) Ding aus dem Busch “. Es handelte sich um Hunde mit großen, stets aufgerichteten Ohren und kurzem, aufgerolltem Schwanz, die Fellfarbe ist helles Ledergelb, auf dem Nacken ist eine weiße Blesse befindlich. Die sehr spitze Schnauze ist plötzlich vom gewölbten Kopf abgesetzt. Die Beine ziemlich hoch und gerade. Auch ihnen fehlt, wie bei allen Hunderassen des Nilgebiets eine Afterklaue an den Hinterfüßen. Den Hunden hängte man aus Holz geschnittene Glocken um den Hals, damit die Menschen wussten, wo sich die Hunde im Dickicht befinden. Wenn die Jagd erfolgreich war, stürmen Basenjis mit klingelnden Glocken ins Dorf, war die Jagd erfolglos, wurden die Glocken mit Gras ausgestopft, um nicht zu läuten.

Sir Harry Hamilton Johnston verbrachte in den 1880er Jahren viel Zeit auf einer Expedition von der Mündung des Kongo bis Bolobo. Einige interessante Notizen über Basenjis von ihm beschreiben die „Kongo Dogs“ mit spitzen Ohren, fuchsähnlichem Kopf und feinem, beigefarbenem Fell. Über den Charakter bemerkt er, es sei bewundernswert, dass sie niemals bellen. Das Verhältnis zwischen den Besitzern und den schönen Hunden wäre eng und wechselseitig.

In der Literatur finden sich die Basenjis unter dem Namen Kongo-Terrier, Kongo-Dog, Bongo, Afrikahund (Africa Dog) und Hunde der Azande. Azande bedeutet „Menschen, die viel Land besitzen “, die vormals große Teile des heutigen Südsudan beherrschten.

Basenjis sind in der Bantu-Sprache Kiswahili als Schensi-Hunde bekannt. Schensis gehören zu den ältesten Mitgliedern der Canis familiaris (Haushund (Canis lupus familiaris)). Schensis leben auch heute noch als Jagdhelfer in der Äquatorzone in Afrika, gelegentlich werden sie sogar als Hütehunde für Ziegen eingesetzt.

Sie wurden für die Jagd nützlich gemacht. Im Gegensatz zu den Pariahunden, die unabhängig von den Menschen leben, gehören Schensis einer Person, haben einen Namen und werden entweder aus persönlichen Gründen (Familienhund, Jagdhund) oder aufgrund ihres Marktwerts geschätzt. Basenjis leben in einem Rudel mit ihren Stämmen, müssen jedoch klug genug sein, um genug Nahrung zum Überleben zu finden.

Die überzeugendste Theorie, die die Abstammung der Basenjis erklären könnte, bezieht sich auf die Felsenmalereien in der Sahara im Norden Afrikas. Höhlenmalereien aus dem Jahr 6000 v. Chr. in Libyen zeigen hundeartige Tiere, die dem Basenji ähneln. Basenjis lebten Tausende von Jahren bei den Pygmäen in Zentralafrika in der Gegend, die vom Kongobecken bis in den Südsudan reicht. Die Ägypter hatten Basenjis, die auf Reliefs aus der Zeit um 3000 v. Chr. dargestellt sind. Ihre eingerollten Schwänze und aufgestellten Ohren sind deutlich erkennbar. Und sie scheinen die typischen Jagdglocken zu tragen, die auch heute immer noch in Afrika verwendet werden.

Mit der Ausbreitung der Menschen kamen auch Hunde in andere Gegenden der Welt. So leben basenjiartige Hunde unter ähnlichen Bedingungen und in ähnlicher Beziehung zu den Menschen auf den Philippinen, mit den Korowai auf West Papua-Neuguinea, mit den Bakta auf Sumatra und mit den Dayak auf Borneo.

Anpassung in Europa und Amerika

1895 erschien der Sensationsbericht über die erste Vorstellung der Basenjis als „Congo Terrier“ oder „Khufu Dogs“ auf der Crufts Show in London. Sie gehörten Mr. James Garrow, der sie anschließend verkaufte. Leider verstarben die Basenjis an der Staupe, für die es damals noch keine Impfung gab. Um die Jahrhundertwende wurden in europäischen Zeitungen „Congo Hunde“ erwähnt, die sich in verschiedenen Zoologischen Gärten Europas befanden, z. B. in Berlin und Paris.

In den 1930er Jahren stellten die Briten einen Rassestandard auf und begannen den Hund auf Ausstellungen zu zeigen. Erst nach einigen Versuchen gelang es ab 1937, eine europäische Zucht aufzubauen. Das Interesse an Basenjis war geweckt.  In den folgenden Jahrzehnten wurden Basenjis nach Europa und Amerika eingeführt. In England begann unter nicht unerheblichen Schwierigkeiten die Zucht. Mrs. Olivia Burn, Lady Helen Nutting,  Major George Richards, Miss Veronica Tudor-Williams und Mrs. Elspet Ford lernten Basenjis in ihrem natürlichen Umfeld und Heimat Afrika kennen. Sie wurden daraufhin die ersten Basenji-Züchter in der westlichen Welt.

Seit etwa 1920 hielt Major George Richards Basenjis, oder wie er sie nannte, Zande-Hunde, als Haustiere im Sudan. Bei seiner Rückkehr nach England beschloss er, ein Paar mitzubringen, um die Versorgung mit seiner Lieblingsrasse sicherzustellen. Er war einer der Pechvögel, denn sein schwarz/weißer Rüde wurde kurz vor seiner Abreise aus Ägypten von einem Schakal gebissen und starb im Mittelmeer an einer Blutvergiftung. Die kleine dreifarbige Hündin Nyanabiem, überlebte die Quarantäne, und wurde für ihr wundervolles Fell und ihren außergewöhnlich feinen, zierlichen Typ sehr bewundert. Ihr Tod zwei Jahre später an einer durch Malaria verursachten Milzvergrößerung war ein schwerer Verlust für die Rasse.

Das Foto oben zeigt Mrs. Burn und ihre kleine Tochter Jennifer mit Bongo und Bokoto of Blean (Import 1936). Sie gilt als erste Züchterin in Europa und war die Gattin eines britischen Kolonialherren. 1929 beginnt Mrs. Olivia Burns Abenteuer beim Suchen und Importieren von Basenjis. Die ersten von ihr importierten Hunde überlebten die Fortpflanzung leider nicht.

Sie importierte 1936 erneut Basenjis aus Afrika und versuchte wieder zu züchten. Diese Hunde waren dann die Stars während der Crufts 1937, was zu einer zunehmenden Popularität der Rasse führte. Sie wurden bald darauf nach Kanada und Amerika exportiert, um dort ansässig zu werden. 1938/39 folgten schließlich weitere Exporte aus Afrika nach England.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach vorübergehend den internationalen Austausch von Hunden, einschließlich der Basenjis. Nach dem Krieg erlebte die Rasse jedoch eine Renaissance. In den 1940er und 1950er Jahren wurden verstärkt Basenjis in die USA importiert, und der American Kennel Club erkannte die Rasse im Jahr 1943 an.

Ein Buch über einen Basenji
Good-Bye, My Lady
von James Street

Dieses Buch wurde auch verfilmt. Ein wirklich berührender Film von William A. Wellmann in englischer Sprache, USA 1956, 95 min
https://youtu.be/eUZnwb3uRLE


In der bizarren Natur der Mississippi-Sümpfe, in denen der Junge Skeeter mit dem alten Uncle Jesse ein genügsames Leben führt, findet der Junge einen kuriosen Vierbeiner: eine Hündin, die nicht bellt und die sich putzt wie eine Katze. Skeeter zähmt die Hündin – einen seltenen afrikanischen Basenji – nennt sie Lady, vertraut ihr, gewinnt auch ihr Vertrauen, und eine innige Freundschaft entsteht. Doch das Erwachsenwerden, das mit der Verantwortung für das Tier begann, verlangt nun eine erste grausame Entscheidung: Soll Skeeter Lady ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgeben?


Die weltbekannte Basenji Expertin, Miss Veronica Tudor-Williams, verfasste einen Artikel über zentralafrikanische Basenji-Hunde im „Journal of the Sociaty for Preservation of the Fauna of the Empire Nr. 54“  und nannte Basenjis ein „lebendes Fossil“. Sie schrieb:
„Es würde eine Tragödie sein, wenn Hunde von solch alter Herkunft und alter Abstammung, die unzählige Jahrhunderte lang ihre Identität bewahrt haben, uns jetzt als Folge der fortschreitenden Zivilisation  für immer verloren gehen würden.“

1959 importierte Miss Veronica Tudor-Williams die in der Zucht weltberühmt gewordene Hündin „Fula of the Congo“ nach England. In ihrem Buch „Fula Basenji from the Jungle “, erzählt Miss Veronica Tudor-Williams ihre Geschichte.

Fula´s Nachkommen gehören zu den Top-Basenjis in allen Ländern, in der es Basenjis gibt. Fula selbst wurde von einem Stammesangehörigen der Provinz Equatoria im Südsudan, nahe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, gezüchtet.

Fula of the Congo: geb. im Februar oder März 1959 in Nzara, Süd-Sudan
Vater von Fula: Bobi (Wese x Dogati)
Mutter von Fula: Danakide (Kuabaso x Avuru)
Züchter: Sayed Ruge
Importeuin: Veronica Tudor-Williams
Nach Europa eingeführt: 1959
Sterbedatum: 30. Juni 1974
Todesursache: das hohe Alter

Die rot/weiße Basenji-Hündin „Fula“ wurde mit einem rot/weißen Rüden verpaart. Zur Verwunderung war ein Welpe schwarz/weiß. Da Fula eine „Stammesmutter “ der europäischen Basenjis ist, gibt es dieses rezessive Fula/Schwarz vermutlich auch heute noch – es ist nur sehr, sehr selten!
Fula hatte 2 Würfe, die stark zum jetzigen Pool von Basenji-Blut beitrugen.

Aus Veronicas Buch aus dem Jahr 1976:
Sie hatte die richtige Größe für eine importierte Hündin, sie war in ihrer Blütezeit 15 Zoll groß und wog 16 Pfund. Sie hatte einen perfekt geformten Kopf mit einer kurzen, feinen Schnauze und sehr gut angesetzte Ohren. Sehr dunkle Mandelaugen. Ein absolut perfekter Mund… Eine sehr feine Haut mit sehr feinen Falten. Ein schöner langer Hals mit hervorragenden Schultern. Beine mit sehr feinen Knochen, kleinen Füßen und hochgewölbten Zehen. Ein feines Fell von orangefarbenem Rot. Schöne Tiefe der Brust. Hervorragende Hinterhand mit passender Bewegung, die Hündin, die wie ein kleines arabisches Pferd aussah das mit voller Kraft trabt. Sie hatte einen sehr hoch angesetzten, gut platzierten Schwanz, der mehr gerollt hätte sein können für die schwarz/lohfarbene und weiße Färbung …

Fula hatte ein erstaunlich gehorsames, gefügiges und liebenswertes Wesen, das sie an ihre Nachkommen weitergegeben hat.

Fast zeitgleich, geschah es, dass aus dem westafrikanischen Liberia ebenfalls schwarz/weiße Basenji in den Westen gelangten. Anfänglich war der Unterschied zwischen den Fula/Blacks und den Liberia/Blacks keinem Züchter bekannt. Und was in Afrika in mehreren tausend Jahren vermutlich nicht vorgekommen ist, geschah in den USA und in England: Beide von ihrer Herkunft unterschiedlichen schwarz/weißen Basenji-Familien wurden miteinander gekreuzt. Die Dominanz des Liberia/Schwarz hat zunächst das Fula/Schwarz nicht sichtbar werden lassen. Erst in nachfolgenden Generationen tauchten einige Tiere mit einem schlammigeren Schwarz auf, wie es für Fula/Schwarz typisch ist. Als der genetische Unterschied der beiden schwarz/weißen Farbschläge bekannt wurde, begann zum Beginn der 1970er Jahre ein Streit zwischen den jeweiligen Besitzern, welche denn nun die „echten “ Schwarz/Weißen seien. Dieser Streit wurde nie formal entschieden. Die Rassestandards unterscheiden nicht die beiden genetisch unterschiedlichen Schwarz/Weiß. Es wird jedoch ein „reines “ Schwarz/Weiß verlangt. Da das Liberia/Schwarz auch in zunehmendem Alter der Tiere rein schwarz bleibt, kam es zu der bereits oben beschriebenen Selektion gegen das (schlammige) Fula/Schwarz

1964 erfolgte die offizielle Anerkennung durch die FCI.

1987/88 wurden Expeditionen von England und Amerika zu den Basenjis nach Afrika unternommen, um Basenjis für die Zucht zu importieren.

2004  Sally Wallis veröffentlichte ihre  Basenji Pedigree Datenbank. Sie begann mit der Sammlung der Daten bereits 1984 und veröffentlichte erst, als sie rund 70.000 Einträge beisammen hatte. Sally Wallis ist sehr dankbar, wenn man ihr die Würfe der Basenjis (weltweit) zukommen lässt. Es ist eine wertvolle Arbeit, die sie da leistet! An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich für ihre unermüdliche Arbeit und Recherche.

Basenjis heute

Auch heute noch jagen und leben die Pygmäen im Regenwald mit ihren Basenjis, einige dieser Hunde finden immer wieder den Weg nach Europa und gelangen auf teils abenteuerlichen Expeditionen zu uns.

In ihrer Heimat leben Basenjis  in zwei verschiedenen Klimazonen, der Savanne und im Regenwald. Das Fell der Basenjis ist diesen klimatischen Gegebenheiten angepasst. Es gibt Basenjis, die viel Unterwolle entwickeln und solche, die das nicht brauchen. Diese Unterschiede gehen durch Unwissenheit bei der Zuchtauswahl leider langsam verloren.

Die genauen Wurzeln der Basenjis sind unbekannt. Klar ist nur, dass sie sehr alt sind und einzigartig. Die Basenjis nehmen genetisch, geschichtlich und auch von ihrem Verhalten her eine Sonderstellung unter den Hunden ein. 2017 wurde dies durch eine umfassende Gen-Analyse über mehr als 100 Hunderassen mit mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetiker und Genetikerinnen um Heidi Parker ein weiteres Mal bestätigt.

Es spricht einiges dafür, dass der Basenji ein direkter Abkömmling altägyptischer Hunderassen vom Typ Tesem ist, die in über 5000 Jahre alten Grabstätten abgebildet wurden. Der leichte, windhundartig gebaute Hund mit Stehohren und Ringelrute ist einer der ältesten bekannten Hundetypen und ähnelt mehreren heutigen Hunderassen. Aber ein wissenschaftlicher Beweis hierfür steht noch aus. Schon früh wurden diese afrikanischen Hunde beschrieben, meist von belgischen oder britischen Kolonialherren. Die Briten nannten ihn gerne „Kongo Terrier “. Sie halten noch heute das Patronat über diese afrikanische Hunderasse, das heißt sie bestimmen u.a. den Standard für den Basenji.

Dieser enthält heute Vorschriften, die mit dem echten Basenji nichts gemein haben. Zudem werden diese beim Wettstreit um die Championate des Show-Wesen auf die Spitze getrieben – keineswegs zum Wohl der Hunde.

Den Basenji zeichnen viele Besonderheiten aus. So bellt er nicht, er „spricht “ anders – es klingt nicht wie bellen. Er ist sehr reinlich. Ihm ist jede Unterwürfigkeit fremd. Hündinnen werden wie beim Wolf meistens nur einmal im Jahr läufig.

Heute ist der Basenji weltweit eine etablierte und anerkannte Hunderasse. Die Basenjis sind nicht nur beliebte Haustiere, sondern auch weiterhin faszinierende Studienobjekte für Hundeliebhaber, Zoologen und Ethnologen, die sich für die Geschichte der Mensch-Hund-Beziehung interessieren

Ihre Geschichte als alte Rasse aus Zentralafrika verleiht ihnen eine besondere Aura und macht sie zu einem faszinierenden Teil der Hundewelt.
Man sollte ihn durch die Zucht nicht verändern, er ist perfekt, wie er ist.